Städtereise nach Stockholm - 3 Tage in der schwedischen Hauptstadt

Städtereise nach Stockholm – 3 Tage in der schwedischen Hauptstadt

von | Jul 26, 2017 | Europa, Reisen

Endlich geht es um meine Skandinavien-Rundreise im Frühling! Ich starte in diese kleine Reihe mit dem Punkt Städtereise nach Stockholm. Dieser stand schon lange auf meiner Liste und ich habe viele Freunde, die mir von der schwedischen Hauptstadt vorschwärmten. Meine Interesse war geweckt und die Erwartungen entsprechend hoch. Als meine Freundin Lea von When love Speaks und ich unsere Route mit Tallink & Silija Line planten, war der Stop in Stockholm von Anfang an fest eingeplant. In meinem ersten Skandinavien-Post werde ich euch verraten, wie mir Stockholm gefallen hat und welches Highlight ich so schnell nicht vergessen werde:

Die Planung vor der Städtereise

Unsere Skandinavien-Rundreise startete in Riga. Wir flogen in die Hauptstadt von Lettland und verbrachten zuerst zwei Nächte im Tallink Hotel vor Ort. Auch zu diesem Stop wird es bald einen Reisebericht auf Des Belles Choses geben. Von Riga aus fuhren wir mit einem Schiff der Tallink & Silija Line nach Stockholm. Auf der Fahrt hatten wir natürlich Zeit um unsere Städtereise nach Stockholm im Detail zu planen. Ich reise sehr gerne mit einem Grundgerüst im Kopf, was ich wann und wo sehen will. Vor der Reise ist es auch wichtig zu wissen, wo man Tickts vor Ort kaufen muss oder welche einfacher online zu bestellen sind. In Stockholm war unsere Liste mit Sightseeing Points von Anfang an recht lang. Das werdet ihr gleich noch sehen. Bevor ich euch unsere Tour durch Stockholm zeige, möchte ich noch ein kleines bisschen früher ansetzen.

Natürlich beginnt jede Reise beim Koffer packen in den eigenen 4-Wänden. Im Hinblick auf Skandinavien fand ich das nicht so einfach. Wir reisten zwar im Mai, aber das garantiert natürlich kein frühlingshaftes Wetter. Besonders auf dem Schiff und natürlich auch in den Städten kann es sehr windig werden. Deswegen habe ich versucht, einen funktionellen und trotzdem chicen Mix zu kreieren. Pflicht im Koffer waren natürlich Regenjacke, Schirm und tatsächlich auch meine Hunter Boots. Dazu kommen Blusen, verschiedene Jeans und bequeme Loafers, da wir viele Kilometer zu Fuß zurücklegten. Hier habe ich schon einen Sightseeing Look aus Riga veröffentlicht. Zwei Looks direkt vom Schiff findet ihr hier und hier. Wenn ihr noch mehr Inspiration sucht, kann ich euch den Artikel Städtereise mit Stil im Zalon Magazin ans Herz legen. Er ist nach Städten aufgeteilt und die schwedische Hauptstadt ist auch dabei. Ich finde die Übersicht von Barcelona über Wien bis Prag super, wenn in diesem Sommer noch ein Städtetrip ansteht. Absoluter Lesetipp!

Tag 1 in Stockholm: Erster Überblick & SoFo

Als wir in Stockholm von Bord gingen, zog es uns natürlich zuerst in unser Hotel Birger Jarl. Wir könnten uns eine klitzekleine Pause und stürzten uns dann in den Großstadttrubel. Vom Hotel aus konnten wir direkt zum Stockholm Visitors Board direkt in der Innenstadt laufen. Dort bekamen wir eine Pressemappe mit vielen Infos und Tipps sowie Karten für den Hop-On Hop-Off Bus. Diese Chance nutzten wir ganz spontan und es stellte sich raus, besser hätten wir es nicht treffen können!

Auf der Busfahrt merkten wir nämlich, wie unterschiedlich die Stadtviertel doch sind und bekamen direkt ein Gefühl, was wir unbedingt sehen wollten. Zu Fuß hätten wir diesen Eindruck nicht schon am ersten Tag gewonnen. Eigentlich kann man Stockholm zu Fuß ablaufen, aber die Wege sind doch recht lang. Besonders der Fußweg zur Insel mit dem Freilichtmuseum Skansen, dem beliebten Freizeitpark Gröna Lund, dem Vasa-Museum und auch dem ABBA-Museum ist recht lang. Vom Schloss aus braucht man eine gute halbe Stunde. Deswegen haben wir den Besuch dort auf den nächsten Tag verschoben und haben stattdessen den Stadtteil Södermalm erkundet.

Södermalm und das Szeneviertel SoFo

Gamla Stan ist die bekannte Altstadt von Stockholm. Sie gehört zum Stadtbezirk Södermalm. Dieser Stadtbezirk birgt einige Highlights, unter anderem auch den alternativen Stadtteil SoFo (an SoHo in NYC angelehnte Abkürzung von „South of Folkungatan“). Dieses Szeneviertel liegt im südlichen Teil von Södermalm. Es gilt als absoluter Geheimtipp mit tollen Restaurants, Bars und Shops. Wir haben einige Berichte darüber gelesen und einige Tipps getestet. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass uns das Viertel nicht überzeugen konnte. Das Viertel macht etwas her – keine Frage. Für mich ist es ein Mix aus Prenzlauer Berg und vielleicht tatsächlich SoHo. Jedoch waren die meisten Shops extrem teuer und dafür von der Auswahl her nicht außergewöhnlich genug, wenn auch die Aufmachung wunderschön war. Die Restaurants waren auch am späten Nachmittag recht überfüllt und man fand kaum einen Platz.

Es verschlug uns in ein Café – ein wirklich stylischer Laden mit interessanten Personen. Jedoch kostete eine Stulle fast 10 Euro und das finde ich nicht gerechtfertigt. Deswegen habe ich SoFo nicht in bester Erinnerung. Es zählt für mich zu den Orten, die zu unrecht gehypt werden. Klar, es lohnt sich durch die Gassen zu schlendern. Aber es ist für mich nicht das Shoppingparadies, auch nicht das Second Hand Paradies, als das es oft beschrieben wird. 

Tag 2: Stockholmer Schloss und ABBA Museum

Jetzt kommen wir zum absoluten Must-Do, wenn ihr eine Städtereise nach Stockholm plant: Der Besuch des Schlosses! Wir schlenderten direkt vom Hotel aus zum Schloss und schauten uns dort auch die tägliche Wachablösung an. Für mich persönlich ist das jedoch ein Punkt, den man von der Liste streichen könnte. In London hat mir das Prozedere besser gefallen, aber generell bin ich kein Fan davon. Ich bin jedoch ein großer Fan vom Schloss an sich. Dabei haben mich jedoch nicht unbedingt die historischen Möbelstücke oder Gemälde in den Bann gezogen, sondern die alt-ehrwürdigen Hallen an sich. Man fühlt sich wie in einer Filmkulisse. Die Treppen und Korridore sind unglaublich eindrucksoll, ohne vor Prunk zu strotzen. Von außen gefällt mir das Schloss allerdings so gar nicht.

Früher und heute

Übrigens: Die wichtigsten repräsentativen Veranstaltungen der Monarchie finden immer noch im Schloss statt. Deswegen stehen dem Besucher natürlich nur kleine Teile des Schlosses offen. Jedoch wird dem Besucher damit nicht nur Historie sondern auch ein Einblick in die moderne Monarchie geboten. Ich finde die schwedische Königsfamilie übrigens echt sympathisch. Dieser Eindruck hat sich auch im Schloss bestätigt, zum Beispiel an den aktuellen Gemälden des Königspaares. Aber zurück zur Geschichte: Große Teile des alten Schlosses aus dem 13. Jahrhundert wurden bei einem Brand im Jahr 1697 zerstört. Noch im selben Jahr wurden sie neu erbaut und nach und nach erhielt das Schloss seinen heutigen Glanz zurück. Große Teile des Schlosses sind damit gar nicht so alt, wie sie scheinen. Die Besichtigung des Schlosses beinhaltete die Gewölben des südlichen und östlichen Teil des Schlosses, u.a. die Schatzkammer. Der Besuch des Schlosses ist mit der Stockholm Card kostenlos, sonst liegt der Preis für Erwachsene bei 150 SEK (ca. 15 Euro). Wir haben die Stockholm Card dank des Tourist Boards testen dürfen und nachdem wir die Eintrittspreise durchgerechnet haben, würde ich den Kauf empfehlen. Am Ende des Posts könnt ihr unter „Gut zu wissen“ noch mehr Infos zur Card nachlesen.

Lohnt sich der Eintrittspreis des ABBA Museums?

Ganz ehrlich: Die Geschichte von ABBA hat mich schon lange fasziniert. Meine Oma hat mir diese Begeisterung mitgegeben. Lea liebt die ABBA Songs genau wie ich und deswegen wollten wir das Museum unbedingt besuchen. Leider ist der Eintrittspreis nicht in der Stockholm Card inbegriffen. Der Preis für Erwachsene liegt bei 250 SEK. Umgerechnet sind das 26 Euro. Wenn man die Tickets nicht vorab online kauft, online wird ein Zeitfenster für den Besuch angeben, kann man an der Kasse nur bar zahlen.

Das Museum wurde erst im Jahr 2013 eröffnet. Eigentlich war eine Wanderausstellung geplant, die weltweit gezeigt werden sollte. Man entschied sich jedoch dann für die interaktive Ausstellung in der Nähe des Vasa-Museums. Björn Ulvaeus selbst hat große Teile am Konzept beigetragen. Bei der Eröffnung des Museums waren übrigens sowohl Björn als auch Benny Andersson und Anii-Frid Lyngstad anwesend. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war es das erste und einzige Mal nach der Trennung, dass drei der vier Mitglieder öffentlich zusammentrafen.

Ich persönlich mochte die interaktiven Elemente sehr. Dadurch bekommt der Zuschauer einen Einblick hinter die Kulissen der Erfolgsgeschichte ABBA. Besonders interessant fand ich die Ausführungen zu den Kostümen, die der beiden Frauen kannte ich nahezu alle. Trotz des Preises und obwohl das Museum doch recht klein ist, würde ich den Besuch empfehlen, wenn man sich für Musik interessiert. Wir haben ca. 2 Stunden im Museum verbracht und wirklich alles angeschaut und gemacht, was möglich war.

Tag 3: Shopping Stadshuset und Abreise

Der dritte Tag war gleichzeitig auch der Tag unserer Weiterreise nach Helsinki. Wir nutzen den Vormittag, um entspannt im Hotel zu frühstücken, natürlich um einige Fotos zu machen und dann auszuchecken. Gegen 17 Uhr rief unser Schiff zur Weiterfahrt nach Helsinki, deswegen gaben wir unser Gepäck ab und starteten zur letzten Erkundungstour.

Zum Shoppen eignet sich die „Drottninggatan“ besonders gut. Hier findet man einerseits die üblichen Verdächtigen wie H&M und Zara, andererseits aber auch einige skandinavische Highlights. Mein ganz persönlicher Favorit ist der Interiorshop Lagerhaus (Drottninggattan 31). Es handelt sich um eine Kette, die es auch in Finnland und Dänemark gibt. Hier findet man den so bekannten, skandinavischen Einrichtungsstil zu fairen Preisen. Es ist nicht direkt günstig, dafür aber besonders und in Deutschland findet man solch schöne Stücke selten. Ein Mix aus Beton, klaren Formen und schönen, hellen Farben. Ebenso gut hat mir Indiska (Drottninggatan 53) – ein Mix aus Interior und Kleidung – gefallen. Der Stil könnte kaum unterschiedlicher sein, denn bei Indiska steht wirklich alles unter dem Motto Marrakesch und 1001 Nacht. Außerhalb von Marokko habe ich selten so eine Auswahl gesehen, die nicht direkt ein Vermögen kostet.

Schwedische Geschichte in 45 Minuten: Stadshuset Führung

Lea hatte noch die Führung durch das Rathaus – Stadshuset – auf dem Plan. Ich muss zugeben, ich war nicht direkt überzeugt. Natürlich wusste ich, dass das Rathaus in Stockholm mehr birgt als die üblichen Büros und Konferenzräume. Wenn man es von außen sieht, ahnt man absolut nicht, welcher Prunk sich im Inneren versteckt. Durch die Medien ist natürlich bekannt,  dass das Rathaus in gewichtiger Verbindung mit dem Nobelpreis steht. Wenn man schon in Stockholm ist, sollte man dieses Stück schwedische Geschichte nicht verpassen. Die Führung durch die Säale kostet für Erwachsene 100 SEK, und für Studenten 80 SEK. Für Inhaber der Stockholm Card ist die Führung wieder kostenlos.

Das Wichtigste zuerst: Im Stadshuset findet das Dinner nach der Nobelpreisverleihung statt, nicht die Verleihung an sich. Im sogenannten „Blauen Saal“ spielt sich das bekannte Bankett mit rund 1300 geladenen Gästen ab. Wusstet ihr, dass die blå hallen überhaupt nicht blau sind. Die Wänden wurden nur blau geplant, der Name blieb jedoch bis heute erhalten. Bei der Durchführung entschied man sich für roten Ziegelstein. Nach dem Bankett gehen die Gäste übrigens in den Goldenen Saal. Dort wird dann getanzt. Der Goldene Saal ist extrem üppig und beeindruckend. Allein für ihn lohnt sich die Führung durch das Statshuset.

Direkt im Anbau des Rathauses befindet sich übrigens ein Restaurant mit günstigem Mittagstisch. Das haben wir genutzt, um uns vor der Abreise zu stärken.

Gut zu wissen:

Ich habe den Stockholm Pass schon einige Male erwähnt. Die Karte gewährt freien Eintritt zu mehr als 60 Top-Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören unter anderem:

  • Vasa Museum
  • Stockholmer Schloss
  • Nobel Museum
  • Skansen Freiluftmuseum
  • Skyview (Aussichtspunkt
  • Bootstour auf dem königlichen Kanal
  • Bootsfahrt zu einer Inselgruppe in den Stockholmer Schären
  • Hop-Of Hop-On Bus
  • verschiedene Führungen

Bis auf das ABBA Museum sind nahezu alle Highlights dabei sowie auch die Nutzung von ausgewählten Buslinien, Ausflugsbooten und Stadtführungen. Wichtig ist jedoch, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht enthalten sind. Hierzu muss man die Travelcard zusätzlich kaufen. 

 

Die Preise für Stockholm Pass und Travel Card.

Die City Card hat entweder eine Laufzeit von 1, 2, 3 und 5 Tagen. Die Preise für Erwachsene staffeln sich folgendermaßen:

  • 1 Tag: 595 SEK (ca. 62 Euro)
  • 2 Tage: 795 SEK  (ca. 83 Euro)
  • 3 Tage: 995 SEK (ca. 104 Euro)
  • 5 Tage: 1295 SEK (ca. 135 Euro)

Bei Kindern liegt der Preis jeweils bei der Hälfte. Zu diesem Preis kommt dann noch die Travelcard dazu. Der Preis für die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel liegt für 24 Stunden bei ca. 13 Euro und für 72 Stunden bei ca. 25 Euro. Wenn man nun also alles zusammenrechnet, kommt man natürlich auf ein ganz schönes Sümmchen, besonders natürlich als Familie. Wenn man nur die Stadt entdecken will, dabei nur hin und wieder eine Besichtigung plant, lohnt sich die Card nicht. Sobald man jedoch mehrere Besichtigungen, eine Führung oder eine Bootsfahrt plant, rentiert sich die Investition schon. Ich würde euch empfehlen, vor der Reise alle Must-Dos aufzuschreiben und so gegen zu rechnen. Dann werdet ihr euch am Ende der Reise nicht ärgern. 

Jetzt seid ihr gefragt: Wie gefällt euch die schwedische Hauptstadt und welche Must-Dos für eine Städtereise nach Stockholm könnt ihr mir empfehlen?

 

Eure Julia

 

 

 

 

*Die Planung der Reise wurde von Tallink & Silija Line und Stockholm Visitor Board unterstützt.